StartseiteUnsere DörferBislohe

Bislohe/Fürth - Im 15. Jahrhundert befand sich in Bislohe ein sogenanntes Weiherhaus. Das Weiherhaus mit einer Wehrmauer und einem Wassergraben umgeben, war ein sicherer Sitz der Nürnberger Familie Bühler. Erstmals wurde Bislohe 1936 erwähnt, es bestand aus einigen Bauernhöfen als Bergsche Reichslehen. Bezeichnet wurde Bislohe damals als „Burgsitz Pißloe mit einem ausgefütterten Wassergraben:
1504 wurde Bislohe erstmals ein „sitzlein“ bezeugt. Sebald Bühler veräußerte 1531 den Sitz an die Nürnberger Kaufleute Barthel und Lorenz Schwab. Der Herrensitz beheimatete ein Werk zur Herstellung von Farben. 1552 ging der Sitz im zweiten Burgrafenkrieg durch einen Brand zugrunde.
1586 begründete die Familie Schwab eine Schwabsche Familienstiftung., die jeweils vom ältesten Spross des Geschlechts verwaltet werden sollte.
1602 war der Sohn des Bauherrn Erasmus Schwab der Herrscher auf Bislohe. 1611 hat Erasmus Schwab ohne Genehmigung des Waldamtes Sebaldi eine Stube für den Bisloher Voit eingerichtet, die einen hartnäckigen Streit mit der Reichsstadt auslöste. Im Nürnberger Rathaus wurde Schwab verhaftet und in Turmhaft im Luginsland gesperrt.
Im 17. Jahrhundert hatte Dr. Johann Christoph Schwab den Besitz inne.
Die Armee Wallensteins richtete bei ihrem Abzug nach der Schlacht an der „Alten Veste“, riesigen Brandschaden im Knoblauchsland an. Fast alle Dörfer wurden in Brand gesteckt. Diese Kriegsschäden ließ 1653 Christoph Schwab mit dem erhaltenen Bauholz beseitigen.
Im 18. Jahrhundert gab es lange Auseinandersetzungen innerhalb der Familie Schwab. Es gab heftige Erbschaftsstreitigkeiten zwischen Carl Wilhelm von Schwab und seiner Nichte Anna Margaretha Tiefenbrock. 1712 nach seinem Tod (C.W.Schwab) ging das Schloss an seine einzige Tochter Lucia über. Lucia heiratete darauf den Hauptmann Johann Simon Wilke, der aus Wetzlar stammte. 1715 starb Lucia im Kindbett. Wilcke wurde Erbe und blieb im Schloss wohnen. Dies führte wiederum einen Streit auslöste, W. Schwab wurde als eigentlicher Nachfolger berufen. W. Schwab unterstellte 1718 sämtliche freieigenen Besitzungen (wie Schloss Bislohe) der Lehensherrschaft der Reichsstadt Nürnberg.
1785 wurde das Schloss an die Familie Haller von Hallerstein versteigert. Johann Georg Haller ließ die Schlossanlage völlig neu renovieren- Auch die Kapelle wurde wieder instand gesetzt.
1796 bis 1815 besetzen die Preußen einen Teil des Nürnberger Hoheitsgebietes. Die Einquartierung der Soldaten erfolgte im Schloss Bislohe.
1859 bot Freiherr Haller von Hallerstein das Gut zum Kauf an. Das Schloss wurde an eine Familie Bauer für 36.000 Gulden verkauft und in einen Bauernhof, sowie einer Gastwirtschaft verwandelt. Der Wassergraben wurde mit Schutte aufgeschüttet. Der Trümmerschutt des Schlosses wurden als Befestigungsmaterial für Wege und Landstraße verkauft. Bis zum 16. Mai 1909 diente es als Gastwirtschaft, dann brannte das ganze Anwesen ab.
Ein mit Walmdach versehene Gebäude stand in den 70er Jahren leer und wurde 1997/98m renoviert.
Bislohe gehörte bis 1972 zum Landkreis Fürth und wurde im Zuge der Gebietsreform zu Stadt Fürth eingegliedert und ist ein Teil des Gemüse-Knoblauchslandes.



Druckbare Version

Claus Kohlmann